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Behandlung von Patienten mit Zahnarzt-Phobie („Angst-Patienten“)

Seit der Praxisgründung (1996) ist die Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit Angst vor Behandlungen an den Zähnen eine „Herzensangelegenheit“ bei uns und bildet einen besonderen Schwerpunkt unserer Tätigkeit. Wir sind der Meinung, dass Patienten nicht wegen einer Phobie schlechter gestellt und zahnärztlich weniger gut versorgt sein sollten, als die ohne eine solche Angst!

In den Anfangsjahren der Praxis arbeiteten wir mit einem Anästhesisten-Team zusammen – an einzelnen dafür reservierten Tagen wurde in unseren Räumlichkeiten eine mobile Narkose-Technik aufgebaut und Phobie-Patienten in ITN (Intubationsnarkose) zahnärztlich behandelt. Die ITN-Tage lagen oft Monate auseinander; hatten Phobie-Patienten in der Zwischenzeit Beschwerden, wurde z.B. versucht, nach einer Prämedikation mit Benzodiazepamen zumindest eine Notbehandlung durchzuführen. Die Patienten mussten am ITN-Tag krankgeschrieben und zu ihrem Termin begleitet werden, durften an dem Tag z.B. kein Auto fahren. Eine ITN ist teuer, risikoreich und aufwändig. Für Zahnbehandlungen ist Sie nur vertretbar, wenn diese umfangreich und dringend notwendig sind. Daraus resultierte der unbefriedigende Zustand, dass unsere Phobie-Patienten sozusagen immer erst „Befunde sammeln“ mussten, bis eine erneute ITN-Sanierung gerechtfertigt war.

Die entscheidende Verbesserung in der Betreuung unserer Phobie-Patienten war der Wechsel vom ITN-Prinzip auf die Anwendung von Lachgas (Distickstoffmonoxid). Durch die dosierte Zuführung von Lachgas, welches der Patient über eine Nasenmaske einatmet, wird ein trance-ähnlicher, rauschartiger Zustand erzeugt, die so genannte Sedierung (älterer Begriff: „Rauschnarkose“). In diesem als sehr angenehm empfundenen Zustand sind die Angst vor der Behandlung und der Berührungs-Würgereiz im Mund ausgeschaltet und die Schmerzwahrnehmung auf ein Minimum reduziert. Der Puls sinkt, der Patient fühlt sich schwer und wird spürbar ruhig. Alle Behandlungen sind nun entspannt durchführbar. Am Ende der Behandlung wird Sauerstoff über die Nasenmaske eingeatmet und binnen weniger Atemzüge ist der Rausch komplett verflogen. Der Patient kann nach wenigen Minuten Wartezeit (zur Normalisierung des Kreislaufs) selbst mit dem Auto nach Hause fahren.

Die Vorteile dieser Methode sind zahlreich: jederzeit verfügbar, auch für kleine Eingriffe wie z.B. Zahnsteinentfernung oder einen Abdruck möglich, völlig ohne Nebenwirkungen, risikolos, bei jedem Patienten anwendbar!

Die Phobie-Patienten, die die Lachgas-Sedierung bereits kennen gelernt haben, wählen inzwischen nun bei uns einfach für ihre anstehenden Termine zwischen „mit Lachgas“ oder „ohne Lachgas“ – sie selbst haben das beste Gespür dafür, wie es für sie angenehmer ist.

Damit konnten wir unser Ziel verwirklichen, auch die Phobie-Patienten genauso gut zu therapieren, Prophylaxe zu betreiben usw. wie bei den Patienten ohne Phobie.

FAQ Lachgassedierung

Häufig an uns gestellte Fragen zum Thema „Sedierung mit Lachgas“

  • Wie sicher ist die Lachgas-Behandlung?

    Absolut sicher; es kann Ihnen dabei nichts passieren. Sie können es beruhigt einfach mal ausprobieren. Das moderne digitale Mischgerät, das das Lachgas und den Sauerstoff zur Verfügung stellt und dosiert, kann selbst in der Maximaleinstellung nicht weniger als 30% Sauerstoff abgeben – Sie atmen also immer deutlich mehr Sauerstoff ein, als in normaler Raumluft oder draußen im Freien! Das Gerät und Zubehör unterliegen als Medizintechnik strengsten Kontrollen und Prüfauflagen, die durch den Ausrüster selbst durchgeführt werden (www.baldus-medizintechnik.de).
  • Was atme ich da genau ein?

    Zwei Gase werden gemischt von Ihnen eingeatmet: Sauerstoff (medizinischer Sauerstoff; Produktname: „Conoxia“) und Distickstoffmonoxid (medizinisches Lachgas, Produktname: „Niontix“). Bezug: über Linde Gas Therapeutics GmbH (www.linde-gastherapeutics.de).
  • Bekomme ich von der Behandlung dann gar nichts mehr mit?

    Während der Behandlung unterhalten Sie sich mit uns, bleiben also wach und ansprechbar, aber Sie nehmen alles „gedämpft“ wahr, als nicht so vordergründig / präsent. Nach der Behandlung können Sie sich nicht mehr an Details erinnern und meistens staunen die Patienten auch, dass tatsächlich alles Besprochene durchgeführt worden und so viel Zeit vergangen ist. Ist am ehesten vergleichbar mit dem Erwachen aus einem Traum.
  • Kann ich Lachgas bekommen, obwohl ich eine Herz-OP hatte und viele Medikamente einnehme?

    Ja, das ist möglich. Es gibt nur wenige Kontraindikationen für die Sedierung mit Lachgas: bestimmte Lungenerkrankungen und Mittelohr-Operationen oder -erkrankungen zum Beispiel. Natürlich geht es auch nicht, wenn „die Nase dicht ist“ (Schnupfen).
  • Kann ich mein Kind unter Lachgas behandeln lassen?

    Die Lachgas-Sedierung ist möglich, sobald das Kind Verständnis dafür aufbringen und aktiv mitarbeiten kann. Dies ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich, weswegen wir keine allgemein gültige Altersuntergrenze angeben können. Sie sollten Ihr Kind bitte erst einmal in unserer Praxis anmelden und vorstellen, so dass wir uns kennen lernen und dem Kind alles zeigen und erklären können. Zur Erleichterung der Behandlung darf sich das Kind einen Duft auswählen. Mit einem Duftstift für Anästhesiemasken bestreichen wir dann vor Beginn der Behandlung die Innenseite der Kinder-Nasenmaske. (Lachgas selbst ist nämlich völlig geruchlos.) Prinzipiell spricht nichts gegen die Sedierung eines Kindes mit Lachgas.